Air Baltic beantragt Gläubigerschutz in New York und setzt Flugbetrieb fort
Air Baltic hat ein Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Die lettische Fluggesellschaft will ihre Finanzen neu ordnen und hat sich dafür eine Finanzierung von 350 Millionen Euro gesichert.
Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat freiwillig Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts bei einem Gericht in New York beantragt. Das mehrheitlich staatliche Unternehmen teilte dies am Montag mit. Lufthansa hält zehn Prozent an der Airline. Flugbetrieb und Dienstleistungen für Kunden sollen uneingeschränkt weiterlaufen.
Das Chapter-11-Verfahren ermöglicht eine finanzielle Neuordnung unter gerichtlicher Aufsicht bei laufendem Geschäftsbetrieb. Air Baltic will damit eine stärkere und nachhaltigere Kapitalstruktur erreichen. Zur Sicherung der Liquidität während der Sanierung hat sich das Unternehmen eine neue Finanzierung von 350 Millionen Euro gesichert.
Aufsichtsratsvorsitzender Andrejs Martinovs erklärte, die verfügbaren Optionen seien sorgfältig geprüft worden. Der Schutz vor Gläubigerforderungen und die gerichtliche Begleitung schafften einen klaren Rahmen für Vereinbarungen mit Gläubigern, darunter Flugzeug-Leasinggeber. Oberste Priorität habe die Fortsetzung der Flüge und der Anbindung Lettlands. Ziel sei eine finanziell gestärkte Gesellschaft mit deutlich geringerer Schuldenlast.
Unternehmenschef Erno Hildén betonte ebenfalls, dass für Passagiere der normale Betrieb fortgeführt werde. Air Baltic fliege, verkaufe Tickets und plane künftige Flugpläne. Das Verfahren solle für Kunden nicht spürbar sein.
Die Gesellschaft rechnet mit einem Abschluss ungefähr im Juni 2027. Mit der Nutzung des amerikanischen Verfahrens folgt sie Fluggesellschaften wie SAS, United Airlines und Delta Air Lines, die Chapter 11 in der Vergangenheit ebenfalls zur Sanierung eingesetzt haben.
R.Martini--GdR