Unterstützung für Infantino: Jordanien kritisiert AFC-Vorgehen
Im FIFA-Machtkampf rebelliert Jordaniens Fußball-Verbandschef Prinz Ali bin al-Hussein gegen Gianni Infantino und das Vorgehen der asiatischen Konföderation AFC. "Wenn es um Wahlen zum FIFA-Präsidenten geht, haben die Präsidenten der Kontinentalverbände kein Mitspracherecht: Die Abstimmung erfolgt durch jeden einzelnen Mitgliedsverband", schrieb der 50-Jährige bei X.
Damit reagierte der Jordanier auf die jüngste Aussage von AFC-Chef Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa beim Kongress in Tokio, wonach der asiatische Kontinentalverband "uneingeschränkt" hinter Infantino stehe: "Ich habe mit zahlreichen Mitgliedern auf diesem Kontinent gesprochen. Ihre Unterstützung für Gianni ist ganz klar." Die AFC hatte sich zunächst mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und dem Kontinentalverband für Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) gegen Infantinos inzwischen gescheitertes Investorenvorhaben ausgesprochen.
Der AFC-Kongress habe an den ersten beiden Tagen "im Zeichen des Fußballs, dem wir uns alle verschrieben haben", gestanden. "Der letzte Tag hingegen war reine Politik – auf Betreiben von Gianni Infantino", führte al-Hussein aus: "Es gab Berichte, wonach Asien bei der Wahl des nächsten FIFA-Präsidenten eine geschlossene Position vertrete. Tatsächlich durfte jedoch niemand das Wort ergreifen, Fragen stellen, diskutieren oder mit den Medien sprechen."
Schon im Sommer hatte al-Hussein, der 2015 als Herausforderer des damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter angetreten war, scharfe Kritik und einen Erpressungsvorwurf geäußert. Er warf dem Weltverband vor, Prämien zurückgehalten zu haben, um ihn zur Unterstützung von Infantino zu bewegen.
Die UEFA will Infantino bei der Wahl im März 2027 in Rabat/Marokko stürzen, dieser erhält weltweit aber immer mehr Unterstützung. Afrika und Südamerika stehen auf Infantinos Seite, dies gilt zu großen Teilen auch für Ozeanien. Es erscheint sicher, dass die UEFA und CONCACAF nicht alle ihre Mitglieder bei der Wahl hinter sich versammeln können. Am Samstag betonte Infantino, dass die "überwiegende Mehrheit" des Weltfußballs hinter ihm stehe.
M.Pellegrini--GdR