Trump will Ukraine künftig Patriot-Raketen herstellen lassen
Die Ukraine darf offenbar künftig Patriot-Luftabwehrraketen im eigenen Land herstellen. US-Präsident Donald Trump gab am Mittwoch bei einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Ankara bekannt, sein Land werde der Ukraine "das Recht geben, Patriots herzustellen". Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer "existenziell wichtigen" Entscheidung für die Ukraine.
"Wir werden ihnen zeigen, wie es geht", fügte Trump zu der Erlaubnis an. "So kannst du dich nicht beschweren, dass wir nicht genug geben", sagte er an Selenskyj gerichtet. "Wir haben das Unternehmen noch nicht informiert, aber das wird sich noch klären."
Selenskyj hatte die USA in der vergangenen Woche angesichts massiver russischer Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew aufgerufen, seinem Land Lizenzen für den Bau von Patriot-Raketen zu erteilen.
Das in den USA hergestellte Luftabwehrsystem Patriot spielt eine wichtige Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen Raketen. Ein System kostet rund 400 Millionen Dollar (rund 340 Millionen Euro), eine Abwehrrakete je nach Modell eine bis vier Millionen Dollar.
Nato-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, bislang liefern sie ihr auch die Raketen. Deutschland gehört zu den wichtigsten Lieferanten sowohl von Systemen als auch von Patriot-Munition.
Zuletzt waren die ukrainischen Reserven aber zur Neige gegangen, die Luftabwehr hatte daher erhebliche Probleme beim Abfangen der Raketen.
Bundesverteidigungsminister Pistorius lobte die Ankündigung Trumps vor diesem Hintergrund. "Das ist existenziell wichtig für die Ukraine", sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit dem ZDF-"heute journal". Durch diese Entscheidung der US-Regierung werde "eigentlich erst gewährleistet, dass die Ukraine ihren Abwehrkampf weiterführen kann, ohne zu Hause die Zivilbevölkerung ausgeliefert zu sehen".
US-Präsident Trump sagte zudem, die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Infrastruktureinrichtungen tief auf russischem Gebiet könnten zu einem schnelleren Ende des Ukraine-Kriegs beitragen. "Es ist eine Eskalation, aber es ist auch eine Eskalation, die dazu beitragen kann, dass es zu einem Ende kommt", sagte Trump bei seinem Treffen mit Selenskyj.
Trump bekräftigte zudem seine Überzeugung, dass sowohl Selenskyj als auch der russische Staatschef Präsident Wladimir Putin ein Ende des Kriegs wollten. "Der Präsident will, dass es erledigt wird, und ich glaube, dass Präsident Putin das ebenfalls will – das dürfte eine gute Kombination sein", sagte er.
S.Esposito--GdR