Vatikan zeigt Papst erstmals nach Krebsoperation bei einer Messe
Drei Tage nach seiner Lungenkrebsoperation hat Papst Leo XIV. im Gemelli-Krankenhaus in Rom eine Messe gefeiert. Der Vatikan veröffentlichte am Freitag die ersten Fotos des 71-jährigen Oberhaupts der Katholiken seit dem Eingriff. Zugleich bestätigten neue Untersuchungen nach Angaben des Heiligen Stuhls eine "anhaltende Verbesserung" seines Gesundheitszustands.
Auf den beiden Bildern ist Leo in einem grünen Messgewand und mit weißem Scheitelkäppchen an einem Altar in einem Raum im zehnten Stock des Krankenhauses zu sehen. Neben ihm steht sein persönlicher Sekretär, der peruanische Priester Edgard Rimaycuna. Der Papst wirkt auf den Fotos entspannt.
An der Messe nahmen nach Angaben des Vatikans Ärzte, Pflegekräfte und andere Klinikbeschäftigte außerhalb ihrer Dienstzeit sowie Sicherheitskräfte teil. Leo XIV. habe sich bei den Mitarbeitern für die Versorgung und ihre Fürsorge gegenüber den Patienten bedankt.
"Heute Morgen unterzog sich der Heilige Vater Bluttests und einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs, die eine anhaltende Verbesserung seines allgemeinen Gesundheitszustandes zeigten", teilte der Vatikan mit. Die Atemtherapie werde fortgesetzt. Leo könne seine "normalen täglichen Aktivitäten jetzt komplett selbständig" ausführen.
Um eine vollständige Entfernung eines Adenokarzinoms der Lunge sicherzustellen, war dem Oberhaupt der katholischen Kirche während eines 90-minütigen Eingriffs am Dienstag der Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt worden. Nach Angaben aus Vatikankreisen laufen weitere Untersuchungen, die klären sollen, ob sich Metastasen in anderen Körperteilen gebildet haben. Der Krebs sei in einem frühen Stadium erkannt worden.
Der Vatikan bestätigte zudem, dass der Papst am Sonntag das traditionelle Angelusgebet sprechen soll. Offen blieb, ob er dies im Krankenhaus oder bereits wieder im Vatikan tun wird. Eine Entlassung aus der Klinik wurde zunächst nicht angekündigt. Die behandelnden Ärzte hatten ursprünglich mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa einer Woche gerechnet. Schon Johannes Paul II. und Franziskus hatten das Angelusgebet während Krankenhausaufenthalten vom Gemelli aus gesprochen.
Der Vatikan veröffentlichte auch Zeichnungen und Briefe von Kindern, die im Gemelli-Krankenhaus behandelt werden. Ein siebenjähriger Junge namens Angelo schrieb dem Papst, er und seine Mutter beteten jeden Abend für ihn. Eine 18-Jährige machte Leo mit den Worten Mut: "Bessere Tage werden für uns beide kommen."
Bis zum 20. Oktober hat Leo alle Audienzen abgesagt. Ob seine für November geplanten Reisen in mehrere südamerikanische Länder stattfinden können, ist bislang unklar.
L.Ferrari--GdR