Mit vier kleinen Kindern nach Syrien: Prozess gegen IS-Rückkehrerin in Hamburg
Eine 39-jährige sogenannte IS-Rückkehrerin muss sich seit Montag unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht Hamburg verantworten. Die Frau soll sich laut Anklage 2014 mit ihren vier Kindern in von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beherrschtes Gebiet in Syrien begeben haben. Sie folgte demnach ihrem damals als Kämpfer für die Organisation tätigen Ehemann.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren ihre Kinder damals zwischen zehn Monate und fünf Jahre alt, die 39-Jährige ist deshalb auch wegen Verletzung ihrer Fürsorgepflicht angeklagt. Dazu kommt der Vorwurf eines Kriegsverbrechens gegen Eigentum, weil sie in Syrien in einem Haus unterkam, dessen Bewohner zuvor vor dem IS geflohen oder von ihm vertrieben worden waren. Für den Prozess sind Termine bis Dezember angesetzt.
Der Anklage zufolge starb der Ehemann der Angeklagten bereits wenige Monate nach deren Ankunft, die Frau lebte mit ihren Kindern aber weiter in dem Bürgerkriegsland. Nach dem Ende der IS-Herrschaft 2019 soll sie ihre Kinder in einem syrischen Internierungslager weiter im Sinn des IS erzogen haben. 2022 kehrte sie nach Deutschland zurück.
R.Martini--GdR