DESG verschiebt Mitgliederversammlung auf Februar
Das Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat die für Samstag angesetzte außerordentliche Mitgliederversammlung auf den 13. Februar 2027 verlegt. Dies geht aus einem offiziellen Schreiben hervor, das dem SID vorliegt. Die Verbandsspitze um Präsident Matthias Große begründete diesen Schritt mit dem Fehlen wichtiger Informationen, auf deren Basis keine Strukturgespräche stattfinden könnten. "Die dafür erforderlichen abschließenden Entscheidungen der zuständigen Fördermittelgeber liegen derzeit der DESG noch nicht vor. Diese gilt es abzuwarten", heißt es in der dreiseitigen Mitteilung.
Zugleich nahm die Spitze der DESG Bezug auf einen Antrag des Thüringer Eis- und Rollsportverbandes e.V. (TERV), der am Samstag in Dresden eine Abwahl des amtierenden Präsidiums erreichen wollte und einen eigenen Kandidaten für die Nachfolge Großes benannt hatte.
Die "Entwicklungen" könne das DESG-Präsidium "nicht unbeantwortet" lassen: Der TERV habe "wiederholt Grenzen einer sachlichen und konstruktiven Verbandsarbeit überschritten".
Ebenso sei vom TERV wiederholt behauptet worden, die DESG beabsichtige, den Bundesstützpunkt Erfurt zu schließen: "Diese Behauptung weisen wir entschieden zurück." Sie entspreche nicht der Zielsetzung der DESG und trage "nach unserer Auffassung zur unnötigen Verunsicherung von Athletinnen und Athleten, Trainern und Vereinen bei".
Die Erfurter Athletinnen und Athleten wiederum hatten in der vergangenen Woche "ausdrücklich unter Protest" eine Athletenvereinbarung unterzeichnet, um weitere sportliche Nachteile zu verhindern. Die Planungen der DESG aus dem Sommer sehen vor, dass die Topathleten nur noch in Inzell und Berlin trainieren und nicht mehr in Erfurt, wo das Gros der deutschen Elite um Toptalent Finn Sonnekalb ansässig ist. Sonnekalb hatte angesichts der Pläne zuletzt öffentlich mit einem Wechsel ins Ausland geliebäugelt.
Bis zur nun angesetzten Mitgliederversammlung in knapp vier Monaten "sollen die ausstehenden Entscheidungen der Fördermittelgeber ausgewertet werden, damit die Ergebnisse der Strukturgespräche umfassend, sachlich und auf einer gesicherten Grundlage vorgestellt und diskutiert werden können", erklärte das DESG-Präsidium.
S.Esposito--GdR