Frankreich: Prozess gegen Dschihadisten wegen Völkermords an Jesiden
In Paris beginnt am Montag ein Prozess wegen der mutmaßlichen Beteiligung am Völkermord gegen die Volksgruppe der Jesiden in Syrien. Angeklagt ist ein Franzose, der sich radikalisiert und in Syrien mehreren Dschihadistenmilizen angeschlossen hatte. Ihm wird der Prozess in Abwesenheit gemacht - es wird angenommen, dass er tot ist.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, zwischen 2014 und 2016 jesidische Frauen und Mädchen versklavt und vergewaltigt zu haben. Er soll auch anderen Mitgliedern der Miliz Islamischer Staat Jesidinnen zugeführt haben. Drei jesidische Frauen und mehrere Menschenrechtsgruppen treten als Nebenklägerinnen auf. Es ist das erste Verfahren in Frankreich im Zusammenhang mit den Verbrechen der Miliz Islamischer Staat (IS) gegen die Jesiden. Mehrere weitere werden vorbereitet.
P.Caruso--GdR